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„Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“

Workshops und Theateraufführung am 27. und 28. Januar 2026 für die Klassen 9 und 10, anlässlich des Gedenktages am 27. Januar für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Datum:
2. Feb. 2026
Von:
Judith Schoene
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"Schaue ich hin, oder schaue ich weg?"

Die Geschichts- und Politikwerkstatt der Jahrgangstufe 9 hat anlässlich des Gedenkstages am 27. Januar in diesem Jahr mit allen Klassen der Jahrgangstufen 9 und 10 ein ganz besonderes Projekt durchgeführt.

Wir hatten das Glück, dass die Theatergruppe ‚Wilhelm, der Verein‘ aus Nippes an unserer Schule das Theaterstück „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“, geschrieben von Jens Raschke, aufführen wollte.

Um die Besucherinnen auf das Theaterstück vorzubereiten, haben die Schülerinnen der Geschichts- und Politikwerkstatt sich im Vorfeld eingehend mit dem Text von Jens Raschke und dem historischen Kontext des Theaterstücks auseinandergesetzt.

Auf dieser Grundlage haben sie dann selbstständig in Teams Workshops für ihre Mitschülerinnen entwickelt, die sie dann mit allen neunten und zehnten Klassen durchgeführt haben, damit die Aufführung und das Thema besser zu verstehen wäre.

Das Stück ist eine Art Fabel. Aus der Perspektive von Zootieren, deren Zoo sich direkt neben einem Konzentrationslager befindet, wird in Andeutungen von den Verbrechen „auf der anderen Seite des Zauns“ berichtet. Die Zootiere verhalten sich dabei analog zur deutschen Bevölkerung in der NS-Zeit: Die Einen schauen lieber weg, versuchen zu ignorieren, welches Unrecht auf der „anderen Seite des Zauns“ geschieht. Andere schauen hin und zerbrechen am Gesehenen.

Der historische Kontext dieses Theaterstücks ist die Tatsache, dass es direkt neben dem Konzentrationslager Buchenwald, unweit des Krematoriums, tatsächlich einen Zoo gab, der den Kindern des Lagerkommandanten, den Familien der im KZ beschäftigten SS-Leute und der Bevölkerung von Weimar zur Erholung dienen sollte. Zoo und Konzentrationslager waren nur durch einen Zaun getrennt.

Den Betrachtenden des Stücks stellte sich unvermeidlich die Frage: Schaue ich hin, oder schaue ich weg, wenn vor meinen Augen Menschen Unrecht angetan wird?

Im Anschluss an die Aufführungen sind die Workshopteams der Geschichts- und Politikwerkstatt wieder in ihre Workshopklassen gegangen, um mit den Schülerinnen über das Gesehene nachzudenken und zu sprechen.