Katholische Religionslehre

Als katholisches Mädchengymnasium ist es uns ein großes Anliegen und eine Herzensangelegenheit den Schülerinnen unserer Schule durch den Religionsunterricht „einen eigenen Zugang zur Wirklichkeit, der durch keinen anderen Modus der Welterfahrung ersetzt werden kann“ (Deutsche Bischofskonferenz, 2005, S.7) zu ermöglichen. Wir verfolgen das grundlegende Ziel, zur Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung der Schülerinnen beizutragen, indem wir die Entwicklung einer eigenen „religiösen Identität“ in das Konzept allgemeiner schulischer Bildung lebendig und lebensweltnah integrieren.

Allgemeine Richtlinien

Als katholische Schule haben wir uns in besonderer Weise dazu verpflichtet, die Kirchlichen Richtlinien nicht nur als normative Orientierungen für die gegenwärtige und zukünftige Gestaltung und Entwicklung eines kompetenzorientierten katholischen Religionsunterrichts zu erfüllen, sondern auch dafür einzustehen, gemäß dem biblischen Auftrag der gesamten Christen, „jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die [uns] erfüllt“ (1Petr 3, 15). Wir wenden uns dabei an die Bildungsstandards und Kernlehrpläne für den katholischen Religionsunterricht wie sie auf der Ebene der KMK und der Bundesländer entwickelt wurden. Darüber hinaus und im Einklang mit der inhaltlichen Ausgestaltung dieses „ordentlichen Lehrfachs“, die nach dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Art. 7 Abs. 3) den Religionsgemeinschaften obliegt, setzen wir uns verstärkt mit den, durch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) formulierten, Aufgaben und Zielen des Religionsunterrichts in unserem schulinternen Curriculum auseinander.

Zentrale Aufgaben und Ziele des Religionsunterrichts

Der Beschluss der Würzburger Synode (1975) ist im Blick auf die Zielgruppen nach wie vor für uns bindend: Danach hilft der Religionsunterricht der gläubigen Schülerin „sich bewusster für diesen Glauben zu entscheiden und damit der Gefahr religiöser Unreife oder Gleichgültigkeit zu entgehen. „Der suchenden oder im Glauben angefochtenen“ Schülerin bietet er die Möglichkeit, die Antworten der Kirche auf ihre  Fragen kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.“ Sie „ kann somit ihre Bedenken und Schwierigkeiten in den Erkenntnisprozess einbringen.“  Der sich als ungläubig betrachtenden Schülerin „ist im Religionsunterricht Gelegenheit gegeben, durch die Auseinandersetzung mit der Gegenposition den eigenen Standort klarer zu erkennen oder auch zu revidieren.“ Darüber hinaus sehen wir uns in der Verantwortung der gestiegenen religiösen Indifferenz entgegenzuwirken.

 

Gemäß dem Schreiben der DBK „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen“ von 2005 sind die Aufgaben des RU:

 

  • Vermittlung von strukturiertem und lebensbedeutsamen Grundwissen über die Heilige Schrift und den Glauben der Kirche
  • Vertraut-machen mit Formen des gelebten Glaubens und Ermöglichung von Erfahrungen mit Glaube und Kirche
  • Förderung der extra-, inter- und intrareligiösen Dialog- und Urteilsfähigkeit der Schülerinnen, um sich entsprechend dem Glauben der Kirche von relativistischen und fundamentalistischen Engführungen distanzieren zu können

Kompetenzorientierter katholischer Religionsunterricht

Die aufgeführten Kompetenzerwartungen beziehen sich entwicklungs- und lernpsychologisch angemessen auf alle Jahrgangsstufen der Sekundarstufen I und der Gymnasialen Oberstufe und sind nicht allein auf das Erreichen beschränkt, sondern sollen den Schülerinnen die Möglichkeit geben, diese weiter auszubauen und darüber hinausgehende Kompetenzen für ihr jetziges und späteres Leben zu erwerben.

Eine umfassende religiöse Bildung, wie wir sie anstreben, wird durch die Vermittlung grundlegender Kompetenzen, die den Kompetenzbereichen Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz zugeordnet werden können, gewährleistet.

Schulpastorales und religionspädagogisches Konzept in enger Zusammenarbeit

Unser vielseitiges und ganzjähriges Angebot, religiöse Erfahrungen auch in der eigenen Schulgemeinde zu machen, ermöglicht, dass die Schülerinnen ihren Religionsunterricht in Korrespondenz mit der konkret erfahrbaren Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche in Beziehung setzen können. Die untrennbare Verbindung zwischen Glaube und Kirche, wie sie an unserer Schule gelebt wird, stellt ein bereicherndes Angebot zur Teilhabe und somit lebendbedeutsamen Verknüpfung von Theorie und Praxis dar.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der liturgischen und spirituellen Angebote orientieren sich beispielsweise sowohl an den Festen des Kirchenjahres als auch an den im schulinternen Curriculum vereinbarten Inhaltsfeldern. Durch die enge Zusammenarbeit unseres Schulseelsorgers Pfarrer Dirk Peters mit den Religionslehrerinnen und -lehrern der Jahrgangsstufen gelingt es uns, den Schülerinnen einen wertvollen Erfahrungsraum bereitzustellen.