„Man hat mal in sich herein gehorcht und vielleicht auch neue Sachen über sich selber erfahren“:Alternativangebote zum Sozial- und Betriebspraktikum

Datum:
22. Aug. 2021
Von:
Max Schirmer

Die Coronapandemie wirkt sich seit Monaten auf den Schulalltag aus. Davon betroffen war leider auch die Durchführung der Sozialpraktika der Jahrgangsstufe Q1 und der Betriebspraktika der Jahrgangsstufe EF im Juni/Juli 2021.

Zwar können wir mit Stolz berichten, dass sich die Mehrheit unserer Schülerinnen und Schüler durch ihr unermüdliches Engagement einen Praktikumsplatz in einem sozialen Betrieb sichern konnten. Allerdings gab es auch bis zum Schluss der Bewerbungsphase noch spontane Absagen durch die Betriebe, sodass einige Schüler*innen die Zeit des Sozial- bzw. Betriebspraktikums an unserer Schule verbringen mussten.

Um auch diesen Schüler*innen eine Erfahrung zu bieten, die Ihnen den Ausbau ihrer beruflichen und persönlichen Perspektiven und Fähigkeiten ermöglicht, hat das Ursulinengymnasium ihre guten Kontakte zum DJK-Sportverband in Anspruch genommen und den betreffenden Schüler*innen eine Teilnahme am Talentkompass NRW, an einem Selbstbehauptungskurs und an einem Workshop zur religiösen Orientierung direkt an unserer Schule ermöglicht.

Die Referent*innen Ursula Müller-Huntemann (USK), Laura Schnitzerling (DJK), Jonas Christ (DJK) und Max Schirmer (USK/DJK), (v.l.n.r.)
Die Referent*innen Ursula Müller-Huntemann (USK), Laura Schnitzerling (DJK), Jonas Christ (DJK) und Max Schirmer (USK/DJK), (v.l.n.r.)

Der Talentkompass NRW als Alternativangebot zum Sozialpraktikum

Der Talentkompass NRW wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) entwickelt, um individuelle Ressourcen aufzudecken und in eine berufliche Perspektive zu transferieren.

In Zwei Gruppen aufgeteilt durchliefen die Teilnehmenden durch zwei DJK Sport- und Bildungsreferenten vier intensive Tage, in denen sie in einer aufwendigen Selbstreflexion Ihre Ressourcen definiert und anschließend in einer Gruppenreflexion berufliche Perspektiven entworfen haben.

Anschließend wurden die Meinungen der dreizehn teilnehmenden Schülerinnen und Schüler evaluiert, sodass wir Ihnen nun ein anonymisiertes Feedback der Schülerinnen und Schüler präsentieren können.

Feedback der Schülerinnen und Schüler

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Sport & Religion, passt das zusammen? Alternativprogramm zum Betriebspraktikum

Würden Sie diese Frage einer oder einem der Teilnehmenden des DJK Sport & Spirits Angebotes stellen, würden sie sicherlich eine deutliche Antwort erhalten: „NA KLAR!“

Um auch Ihnen ein Verständnis für die Vorgänge während des Workshops zu geben, haben wir im Folgenden einige Inhalte für sie zusammengefasst und Ergebnisse der Evaluation eingearbeitet.

Sport begünstigt eine Entspannungsreaktion im Nachgang. Diese sportwissenschaftliche Erkenntnis haben sich die Teilnehmenden rund um die DJK Sport- und Bildungsreferenten Lorena Gensler und Max Schirmer zu nutzen gemacht, um ein Verständnis für Transzendenzerfahrungen zu entwickeln.

Was ist eine Transzendenzerfahrung? 

„Über die Grenzen von mir oder meiner Umgebung hinauszugehen und zu überdenken“
„Eine Erfahrung, die nicht aus dem Alltag kommt. Etwas überweltliches.“
„Eine Transzendenzerfahrung ist ein Moment, in dem man sich bewusst wird, dass man nur ein kleiner Teil des großen Ganzen ist und geht mit einem speziellen Gefühl der Anwesenheit einer höheren Macht herein.“

Hierzu leiteten die Referenten eine intensive Fitnesssporteinheit und überführten die Schülerinnen und Schüler anschließend in eine ausführliche Entspannungsphase mit christlichen Impulsen. Um diesen praktischen Phasen mit Verständnis entgegen treten zu können, wurden den Teilnehmenden die religionswissenschaftlichen sowie die sportwissenschaftlichen Hintergründe vermittelt und anschließend die Erfahrungen der praktischen Phase ausführlich reflektiert.

Spiritualität ist für mich...?

„...die allgemeine, individuelle Grundlage zur Religion. Spiritualität ist natürlich und gehört zu den Gedankenwissenschaften. Dabei geht es um die Verbindung mit dem Geist und sich selbst und um die innere Ruhe.“

Im Zweiten Teil des Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler den Begriff der Resilienz kennen.

Was ist Resilienz?

„Das ist ein psychischer Widerstand, der dir hilft, schwierige Situationen zu überstehen und noch Kraft zu haben um weiter zu machen.“
„Die Fähigkeit schwierige Situationen ohne Schaden zu überwinden.“
„Sich einfach durchzubeißen und das Beste draus zu machen“

Um sich in den optimalen Zustand für eine Selbst- und Gruppenreflexion der individuellen Resilienzressourcen zu begeben, wurde die Reflexionsphase mit einer ruhigen Laufeinheit im freien zusammengeführt.

Welche Resilienzressourcen konntest du für dich feststellen?

„Familie, Freunde und Sport“
„Pferd, Freunde, Familie“
„Familie, Freunde, Alltag (regelmäßiger Ablauf etc.), Natur, Ich selber“

Evaluation im Workshop zur religiösen Orientierung

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Selbstbehauptung in der EF!

„Ich habe meine Grenzen kennengelernt und wie ich sie in einer Extremsituation zu verteidigen habe.“ 

Jeder Schülerin und jedem Schüler der Jahrgangsstufe 5, die/der ihre/seine Schullaufbahn an einer Erzbischöflichen Schule beginnt, wird vom Erzbistum ein Selbstbehauptungskurs angeboten. Dieses Angebot ist wichtig und kann die Schülerinnen und Schüler nicht früh genug erreichen. Allerdings ist es auch wichtig anzuerkennen, dass deren Erkenntnisse über die Selbstbehauptung mit zunehmendem Alter aufzufrischen und auf ihre neuen Lebenssituationen anzupassen sind. Um dieser Erkenntnis gerecht zu werden, erhielt unsere Schule für zwei Tage Besuch vom DJK Sport- & Bildungsreferenten Jonas Christ.

„Das Angebot war eine gute Wiederholung für Notfallsituation“

In seinem Workshop wurde den Teilnehmenden die Chance gegeben, im Anschluss an eine ausführliche Sensibilisierungsphase eigene Erfahrungen in die Kleingruppe hineinzugeben und gemeinsam in einer Gruppenreflexion Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Zwar wurden auch die passenden Selbstverteidigungstechniken vermittelt, allerdings stand bei den Lösungsstrategien vor allem die Vermeidung von Gefahrensituationen im Vordergrund.

„Ich habe in unserem Selbstbehauptungskurs gelernt, wie ich in bestimmten Situationen angepasst handeln kann, dabei ebenfalls gelassen zu bleiben und reflektiert zu agieren, ohne die Kontrolle zu verlieren.“

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert von der Idee, einen Selbstbehauptungskurs zu besuchen und nutzten das Knowhow, welches der erfahrene Kampfsportler in den Kurs mitbrachte.

„Ich find es sehr gut diese Themen in der Schule anzusprechen und Szenarien durchzugehen.“

Auch die Schülerinnen und Schüler sind sich einig: Sie würden Selbstbehauptungskurse auch jenen Stufenkameradinnen empfehlen, die zum Zeitpunkt der Durchführung ihre Betriebspraktikumsstelle besucht haben.

Evaluation im Selbstbehauptungskurs

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