Vorwort zum Video „Segen für alle“:Fastenimpuls

Fastenimpuls
1. Apr. 2021

Am 15. März hat die römische Kongregation für die Glaubenslehre ein Verbot für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen und damit ältere Verbote erneut bestätigt.

Inzwischen hat es weltweit massiven Widerstand gegen dieses Verbot gegeben. Allein in Deutschland haben über 2600 Seelsorger:innen eine Petition der Deutschen Bischofskonferenz eingereicht, wo man der römischen Haltung unmissverständlich widerspricht.

Das Kard.-Frings-Gymnasium in Bonn und die Ursulinenschule in Hersel haben in der vergangenen Woche öffentliche Protestschreiben verfasst, in dem vom KFG heißt es: „Wir erklären als katholische Schule mit aller Deutlichkeit, dass das Unterdrücken von Diskussionen und Fragen sowie die Diskriminierung andersdenkender oder andersliebender Menschen unserem Selbstverständnis zutiefst widerspricht.“

Selbstverständnis katholischer Schulen ist die Gottebenbildlichkeit jedes Menschen, unabhängig seiner Ethnie, seines Standes oder Geschlechtes oder seiner Empfindungen. Auch wenn der Katechismus der Kath. Kirche fordert, dass homosexuellen Menschen mit „Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen“ und sie nicht „in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ sind, so geschieht genau das aber durch die Verweigerung gleichgeschlechtlichen Menschen, die aufrichtig darum bitten, den Segen für ihre Beziehung zu verweigern.

Jemanden segnen heißt, ihm/ihr Gutes von Gott her zuzusagen. Insofern sollten wir einander immer wieder segnen. 

In der Kar- und Osterwoche bedenken wir das Leben, die Botschaft, das Leiden und die Auferstehung Jesu. Er ist die Segenszusage Gottes schlechthin, durch ihn haben wir alle Segen empfangen in Fülle.

Und dennoch soll der Segen nicht für alle Menschen und für allen Liebenden möglich sein, glaubt man der römischen Glaubensbehörde? 

Mir erschließt sich das nicht. 

Das eingestellte Video soll als ein Zeichen der Solidarität mit allen gleichgeschlechtlich liebenden Menschen verstanden werden. 

Den Segen zu spenden ist für mich als Priester eine sehr vornehme und schöne Aufgabe. Dazu bin ich bestellt. Ich bin nicht dazu bestellt ihn zu verweigern.

Deshalb beziehe ich im Video Stellung gegen das römische Schreiben und solidarisiere mich mit den oben erwähnten Erzb. Schulen! Ich habe das Video für meine Refrather Gemeinde, in der ich als nebenamtlicher Pfarrer tätig bin als Fastenimpuls zum Palmsonntag erstellt. Inhaltlich möchte ich es aber als Impuls mit der ganzen Schulgemeinschaft teilen.

Mit allen österlichen Segensgrüßen 

Euer/Ihr

Dirk Peters, Pfr.

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Dirk Peters

Schulseelsorger