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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz - 21.-26.Mai 2026 | Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2

Datum:
29. Mai 2026
Von:
Clara Hecker

Die Gedenkstättenfahrt hat uns nicht nur informiert, sondern auch emotional bewegt und geholfen, neue Perspektiven zu gewinnen. Durch verschiedene Führungen in Museen und Ausstellungen, im ehemaligen Stammlager Auschwitz sowie im ehemaligen Vernichtungslager Birkenau, und in Städten wie Oświęcim und Krakau, bekamen wir die Möglichkeit, verschiedenste Geschichten und Schicksale kennenzulernen. 

Auch ein Gespräch mit der Zeitzeugin Monika Goldwasser hat uns sehr bewegt und angeregt. Sie bestärkte uns darin, Verantwortung zu übernehmen und dazu beizutragen, dass die Geschichte bewahrt bleibt und sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

Sie beendete das Gespräch mit einem Appell an uns: „Ich glaube an die Jugend, ich glaube an euch.“ 

8 Bilder

Die Gedenkstättenfahrt war für uns sehr prägend und hat uns tief beeindruckt. Die Eindrücke dieser Fahrt werden uns noch lange begleiten und zum Nachdenken anregen. Sie haben uns gezeigt, wie sehr solche Erfahrungen die eigene Sicht auf die Welt verändern können.

Eine Reflexionsaufgabe während der Fahrt bestand darin, einen Gedanken mit einem Foto, einer Zeichnung oder in einem Text festzuhalten.

Die Schülerin Maria Klein hat ihre Gedanken bei der Betrachtung von Fotos, die in Auschwitz-Birkenau ausgestellt werden und die in Koffern von Ermordeten gefunden wurden, so festgehalten:

Birkenau

Sie hängen da
Nicht laut
Nicht schreiend
Nur Papier
Verblichene Tinte
Ein Lächeln aus einer Zeit,
die noch nicht wusste,
dass sie bald zu Rauch wird.

 

Ein Mann mit Hut
Ein Mädchen mit Zöpfen
Eine Mutter, die versucht,
Ernst zu schauen, 
Obwohl der Fotograf sagte:
„Bitte Lächeln“

 

Und sie lächeln
Weil Menschen immer lächeln wollten,
bevor die Welt ihnen erklärt hat,
dass sie eigentlich keine Menschen sind.

 

Und mitten zwischen all den Bildern ein Hochzeitspaar
Die Frau hebt das Glas
Als würde sie auf die Zukunft anstoßen
Der Mann neben ihr –
Stolz, elegant, eben lebendig

 

Vielleicht spielte Musik an diesem Tag
Vielleicht wurde getanzt
Bis die Füße wehgetan haben
Vielleicht sagte jemand
„Auf euch beide, auf ein langes Leben!“

 

Ein langes Leben
Was für ein grausamer Satz
Wenn man weiß
Wie kurz das Leben sein kann

 

Diese Bilder sind Geschichte
Sie sind wir unterbrochene Sätze

Da war Musik
Da war Freude
Da waren Träume

 

Und dann kamen Nummern
Züge
Befehle
Schornsteine

 

Auschwitz war kein Unfall der Menschheit
Es war eine Menschheit ohne Menschlichkeit

 

Vielleicht war das Grausamste gar nicht der Tod an sich
Sondern wie er organisiert wurde
Systematisch
Unpersönlich
Ordentlich

 

Diese Wand ist laut
Lauter als jedes Geschichtsbuch
Diese Bilder schreien förmlich
Ich bin hier
Ich fühle
Ich habe einen Namen
Ich bin mehr als mein Tod

 

Vielleicht ist Erinnern deshalb manchmal so schwer
Wir trauern nicht nur um tote Menschen
Sondern auch um ihr gelebtes Leben
Und die Leben,
die nicht fertig gelebt wurden

 

wir gehen an ihnen vorbei
Handys in der Tasche
Freiheit in der Stimme

 

Sie schauen uns an
Immer weiter

 

Nicht voller Hass
Das wäre zu einfach zu ertragen
Sondern voller Fragen

 

Was macht ihr mit eurem Leben
Eurer Zukunft
Eurer Demokratie
Was tut ihr mit all dem,
wenn Menschen wieder entmenschlicht werden?

 

Diese Taten begannen nicht laut
Sie begannen leise
Sie begannen mit Wegsehen
Sie begannen mit Scham

 

Diese Bilder sind geblieben 
Die Menschen nicht

 

Genau deshalb sollten Erinnerungen kein Museum werden
Wir müssen sie weitertragen
Solange wir ihre Gesichter sehen,
werden Taten nicht vergessen.

2 Bilder