Schule – immer noch zu Coronazeiten

2. Sep 2020
Ellen Springer

Der Schulstart nach den Sommerferien war ein komplett anderer im Vergleich zu all den Schuljahren in der Vergangenheit. Man freute sich auf einen Neubeginn, auf seine Klassenkameradinnen, auf die alten und neuen Lehrer, auf neue Fächer, aber…

Nach den Schulschließungen Mitte März 2020 und dem Homeschooling auf der digitalen Lernplattform Moodle und Videokonferenzen sollte es endlich wieder real losgehen überall an den Schulen des Landes. Das wollte auch die NRW-Schulministerin. Lehrer, Eltern und Schüler wollten ein “back to normal“. Ja, aber gefühlt ging es mit angezogener Handbremse los. Nichts war mehr so wie es war und wie wir Schule eigentlich gewohnt waren.

Seit dem 12. August 2020 sind unsere Schülerinnen und Schüler wieder zurück, aber es gibt weiterhin das Einbahnwegesystem, die Abstandregelung, die Maskenpflicht, eine festgelegte frontale Sitzordnung, die auch dokumentiert werden muss, ein ständiges Lüften der Räume (wenn möglich sollen Klassen- und Kursraumtüren wegen des Luftaustausches geöffnet bleiben) , festgelegte Pausenräume, keine Begegnungen über Klassen- oder Jahrgangsstufen hinweg und regelmäßige Handhygiene (regelmäßiges Händewaschen und Handdesinfektionsspenderbenutzung). Das sind die äußeren Rahmenbedingungen. All diese Vorschriften machen Schule in dieser Zeit nicht gerade einfach.

Man stelle sich Unterricht mit Maske tragen vor. Fremdsprachenunterricht und Spracherwerb, wo Kommunikation und Sprechen im Vordergrund stehen, ist mit Maske schwer zu realisieren. Musikunterricht ohne Singen und auf Distanz ebenso. Sportunterricht muss bis zu den Herbstferien im Freien stattfinden. Nicht so einfach bei zwei Innenstadtschulen mit äußerst limitierten und bescheidenen Außensportanlagen. Schwimmbäder sind zunächst weiter für den Schulschwimmunterricht in der gewohnten Form geschlossen. Klassen- und Studienfahrten sind ausgesetzt. Selbst Ausflüge, Exkursionen oder das Aufsuchen außerschulischer Lernorte gibt es bis zu den Herbstferien nicht.

An staatlichen Schulen ist die Maskenpflicht im Unterricht zunächst durch das Schulministerium wieder abgeschafft. Schulen des Erzbistums halten vorläufig an der Maskenpflicht fest, um seine Schüler und Lehrer weiterhin vor Infektionen besser zu schützen. Das Erzbistum als privater konfessioneller Schulträger kann eigene Regeln aufstellen. Die Maskenpflicht wird aufrechterhalten, bis dem Erzbistum die neue Coronaschutzverordnung für die Schulen vorliegt und diese geprüft worden ist.

Die Entscheidung, die Maskenpflicht im Schulunterricht wieder abzuschaffen, ist auch in staatlichen Schulen auf Widerstand gestoßen. Es zeichnet sich die Sorge um den Fortbestand des Präsenzunterrichts ab, da viele Lehrer Risikogruppen angehören.

Wir sind alle daran interessiert und arbeiten hart dafür, dass Schule wieder real möglich ist und vor allem auch bleibt. Wir wollen präsent sein und miteinander und voneinander lernen, wir wollen Lerninhalte vermitteln bzw. vermittelt bekommen, Klassenziele und Abschlüsse erreichen, aber wir wollen auch alle gesund bleiben.

Daher gilt es, sich weiterhin an Regeln für die Coronazeit zu halten, um möglichst gut durch diese schwierige Zeit zu kommen. Bleiben wir optimistisch!